Die Armutsgefährdungsquote in Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren unterm Strich tendenziell erhöht und auf einem für ein reiches Industrieland relativ hohen Niveau verfestigt. Während die Quote Mitte der 2000er Jahre noch bei rund 14 Prozent lag, bewegt sie sich nach aktuellen Erhebungen für das Jahr 2025 bei gut 16 Prozent.
Hier ist ein detaillierter Blick auf die Entwicklung, die Zahlen und die betroffenen Bevölkerungsgruppen:

Was bedeutet "Armutsquote" in Deutschland?

In der offiziellen Statistik wird meist die Armutsgefährdungsquote (relative Armut) gemessen. Als armutsgefährdet gilt in Deutschland (und der EU) jede Person, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Gesamtbevölkerung verfügt.

Die Entwicklung in Zahlen (ca. 2005 bis 2025)

Welche Gruppen treiben diese Entwicklung?

Hinter dem reinen Durchschnittswert verbergen sich drastische Unterschiede. Einige gesellschaftliche Gruppen sind im Zeitverlauf deutlich stärker abgerutscht als andere:

Angleichung von Ost- und Westdeutschland

Ein weiterer bemerkenswerter Trend der letzten 20 Jahre ist die Angleichung der Quoten zwischen den Bundesländern. Im Jahr 2005 gab es noch ein massives Ost-West-Gefälle (die Quote im Osten lag gut 7 Prozentpunkte über der im Westen). Heute hat sich dieses Bild stark gewandelt: Die Armutsquoten in Ost und West liegen mittlerweile nah beieinander. Dies liegt allerdings weniger an einer drastisch sinkenden Armut im Osten, sondern vor allem daran, dass die Armut im Westen über die Jahre spürbar angestiegen ist.